Über Karate
Das Wort Karate-Do besteht aus drei japanischen Schriftzeichen:
und bedeutet "der Weg der leeren Hand".
Karate-Do (Karate) gehört zu den Sportarten, bei denen alle wesentlichen körperlichen Aspekte trainiert werden:
Karate-Do ist genauso wie Judo, Aikido oder Jujutsu eine waffenlose Kampfkunst, entwickelt zur Selbstverteidigung. Im Judo stehen Wurftechniken, im Aikido und Jujutsu Hebeltechniken und im Karate Stoß- und Schlagtechniken im Vordergrund.
Die Philosophie, die dahinter steht ist aber die gleiche: "Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg zum Ziel" und wie wir diesen Weg gehen.
Konsequentes und vor allem bewusstes Training ist notwendig, um in einer Gefahrensituation Karate auch zur Selbstverteidigung anwenden zu können. Das Erlernen einiger "Tricks" kann nie ein Mittel gegen einen potentiellen Aggressor darstellen, da der nötige psychische Hintergrund, sprich die innere Einstellung, fehlt.
Diese Einstellung und die praktische Umsetzung der Karatetechniken im Notfall sind ein wichtiger Teil unseres Trainings.
Gichin Funakoshi (10. November 1868 – 26. April 1957) ist der Begründer des modernen Karate-Do. Aufgewachsen in Okinawa, gründete er das heute bekannte Karate im Shotokan-Stil und brachte die bis dahin im Geheimen trainierte Kampfkunst zu Beginn des 20.Jahrhunderts an die Öffentlichkeit.
Dabei betrachtete er Karate nicht nur als Selbstverteidigungsmittel, sondern vielmehr auch als Werkzeug, um Körper und Charakter zu vervollkommnen In der Kindheit war er eher klein und kränklich, begann er im Alter von 11 Jahren unter Meister Yasutsune Azato an, Okinawa Karate zu erlernen. Obwohl er sich entschloss, Karate zu seinem Lebensweg zu machen, blieb Funakoshi beruflich fast immer Hauptschullehrer.
Zuerst verbreitete er Karate auf Okinawa, wo er es dann auch schaffte, Karate in den Sportunterricht an der Schule zu integrieren. Später brachte er Karate nach Japan. Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er in Tokio als Hausmeister, Karatelehrer, Gärtner und Putzmann. Erst nachdem er es geschafft hatte, Karate in Japan bekannter zu machen, konnte er sich von seiner Tätigkeit als Karatelehrer ernähren. Der Stil wurde nach seinem Künstlernamen „Shoto“, unter dem er Gedichte schrieb, und seinem ersten richtigem Dojo Shotokan (Kan = Halle) benannt.
Funakoshi war ein sehr friedfertiger Mann, der versuchte, den Kampf wann immer möglich zu vermeiden. Karate-Do ist somit nicht nur eine Disziplin der Körperbeherrschung, sondern auch eine Schule der Geistesbildung, die einen das ganze Leben lang begleiten sollte.